Nichts für schwache Nerven
Frisch Auf Frauen siegen im DHB-Pokal – Knappes 27:28 in Weibern
Der Traum vom Final Four in der heimischen EWS Arena bleibt den Göppinger Handballerinnen erhalten, aber die Teilnahme am Endturnier um den DHB-Pokal hing am Samstagabend beim TuS Weibern an einem seidenen Faden.
Im Vorfeld wollte der Spitzenreiter der eingleisigen 2. Liga ein gutes Bild im Spiel gegen die Grün-Weißen abgeben. „Wenn es gar zu mehr reichen würde, nehmen wir das gerne mit“, sprach TuS-Trainerin Ildikó Barna vor dem vermeintlichen Vergleich zwischen David und Goliath. Letztlich fehlten dem Zweitligisten nur wenige Zeigerumdrehungen um den Göppingerinnen ein Bein zu stellen. Und ausgerechnet Barna wird sich wohl noch lange fragen, warum sie in der 53. Minute die grüne Karte auf den Tisch des Schiedsgerichts gelegt und damit eine Auszeit beantragt hatte.
Dabei hatte es zunächst nach einer souveränen Lösung der Pflichtaufgabe gegen den ehemaligen Kontrahenten aus vielen spannenden Zweitligabegegnungen ausgesehen. In der 8. Minute schienen die Grün-Weißen die lange Anreise im Bus aus den Beinen geschüttelt zu haben. Aus einem 3:4-Rückstand machten die Göppingerinnen binnen sechs Minuten eine 9:4-Führung, wobei vor allem über den Kreis durch Jenny Karolius gleich drei Treffer gelangen. Die Weichen in Richtung Achtelfinale waren gestellt. Doch der Tabellenführer des Unterhauses war keineswegs bereit die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen. Ein Trio bei den Gastgeberinnen heizte den Grün-Weißen nun mächtig ein und brachte den TuS wieder ins Spiel. Besonders Simone Salz, seit 2000 für Weibern am Ball und aktuell die gefährlichste Torjägerin der 2. Liga, aber auch die bundesligaerfahrene Svenja Huber und die junge Nadja Zimmermann bereiteten Göppingen zunehmend Probleme und der Vorsprung schmolz wie der Schnee im Sonnenschein dahin. Kurz vor der Halbzeit hatte Weibern mit 14:13 gar die Nase vorne, doch Maria Kiedrowski sorgte zumindest noch für den Gleichstand zum Pausentee.
Wer nun eine wachere grün-weiße Truppe erwartete, sah sich getäuscht. Der Zweitligist führte weiter Regie und Göppingen konnte nur auf die Treffer der Gastgeberinnen reagieren. So führte der TuS nach einer dreiviertel Stunde mit 23:21. FA-Coach Aleksandar Knezevic hatte genug gesehen und nahm für seine Verhältnisse eine frühe Auszeit, aber es gab Redebedarf. Doch die Ansprache verpuffte zunächst, denn Weibern erhöhte sogleich auf drei Tore Vorsprung. Bei diesem Abstand blieb es bis zum 23:26 in jener 53. Minute als die Trainerin aus Weibern ihre Auszeit beantragte. Doch nun hatte offensichtlich ihr Gegenüber die besseren Argumente. Der Zweitligist kam, die große Sensation vor Augen, komplett aus dem Tritt und Göppingen nutzte diese Schwäche aus. Mit vier Toren in Folge kämpfte sich Frisch Auf zurück, lag nun seinerseits in Front. Doch Weibern schaffte 14 Sekunden vor dem Abpfiff den 27:27-Ausgleich, der aber nur Sekunden später von einer in der Schlussphase unaufhaltsamen Beate Scheffknecht noch mit dem 28:27-Siegtreffer gekontert wurde.
„Ich fühle mich, als hätte ich selbst gespielt“, beschrieb Aleksandar Knezevic seinen Gemütszustand nach der nervenaufreibenden Partie. „Wir haben nach der klaren Führung einfach nicht souverän weiter gespielt“, bemängelte der Trainer, war aber mit der Moral und dem Kampfgeist seines Teams sehr zufrieden. „Es war Pokal, da zählt am Ende nur der Sieg“, resümierte er treffend.
Frisch Auf Göppingen: Grabowski, Jankovic – Scheffknecht (3), Dolder, Stellbrink (8/5), Daniels (6), Weigelt (1), Karolius (5), Dinkel (1), Kiedrowski (1), Leppert, Vojtiskova (3)
Quelle: Sonntag Aktuell – 08.01 – Holger Riegel
Nächstes Pokalspiel
Mi. 14. März 2012 19:30 in der
EWS Arena
TPSG FA Göppingen
vs. HC Leipzig
Nächstes Spiel
So. 25. Februar 2012 16:00 in der
ENSE Sporthalle Bad Wildungen
HSG Bad Wildungen Vipers
vs. TPSG FA Göppingen
Nächstes Heimspiel
Mi. 29. Februar 2012 19:30
TPSG FA Göppingen
vs. HC Leipzig
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Tordiff | Punkte |
| 1 | Thüringer HC | +100 | 24:4 |
| ... | |||
| 8 | Bad Wildungen | -28 | 11:15 |
| 9 | FA Göppingen | -9 | 10:18 |
| 10 | DJK/MJC Trier | -112 | 2:26 |
| 11 | SVG Celle | -75 | 0:26 |













