Am Ende geht die Kraft aus
Frisch Auf-Frauen verlieren in Oldenburg mit 23:30 (14:14)
Die knapp 1.400 Kilometer nach Oldenburg und wieder zurück waren für die Göppinger Handballerinnen nicht erfolgreich. Letztlich musste man sich am Sonntagnachmittag dem VfL Oldenburg deutlich mit 23:30 geschlagen geben.
Den ersten Rückschlag gab es für Aleksandar Knezevic bereits vor dem Anpfiff, denn die etatmäßige Linksaußen Maria Kiedrowski musste wegen einer Grippe passen. Somit blieben dem FA-Coach personell nicht viele Optionen und auch das Thema Kraft sollte im Laufe des Gastspiels in Oldenburg eine entscheidende Rolle spielen.
Zunächst erwischte Göppingen jedoch einen guten Start. Durch Treffer von Birute Stellbrink und Alena Vojtiskova lagen die Grün-Weißen in der 6. Spielminute mit 0:3 in Front. Doch Oldenburg fand schnell zurück in die Spur und benötigte lediglich 80 Sekunden um den Rückstand in ein Remis umzuwandeln. Bis Mitte der ersten Halbzeit lief die Partie dann ausgeglichen, doch dann zog der VfL deutlich an und baute die Führung kontinuierlich aus. Beim 14:10 für die Hausherrinnen in der 21. Minute schien die Begegnung bereits in eine Vorentscheidung zu gehen, doch nun zahlte sich die Einwechslung von Ronja Grabowski im Göppinger Gehäuse aus. Die Torfrau musste bis zur Halbzeit keinen Treffer mehr hinnehmen und so gelang der Knezevic-Truppe bis zum Pausentee gar der 14:14-Ausgleich. Erneut hatten die Grün-Weißen große Moral bewiesen, aber in dieser Phase auch schon viel Kraft gelassen.
Zunächst wirkte sich dies im zweiten Durchgang aber nicht aus. Zwar konnte Oldenburg immer wieder vorlegen, aber Frisch Auf blieb den Gastgeberinnen auf den Fersen. So auch beim Treffer von Jenny Karolius zum 22:20 in der 45. Minute, doch es sollte für fast zehn Zeigerumdrehungen das letzte Erfolgserlebnis für Göppingen bleiben. Es war die Phase, die die dünne Personaldecke gnadenlos aufdeckte. Oft blieben die Würfe der Grün-Weißen in der Deckung des VfL hängen und Oldenburg konnte nun sein gefürchtetes Tempospiel aufziehen. So wuchs der Rückstand für Frisch Auf nahezu minütlich. „Wir haben vorne Fehler gemacht und wurden dafür gnadenlos bestraft“, analysierte Alena Vojtiskova nach der Begegnung vollkommen richtig.
Ein Augenschmaus war in der 55. Minute der sehenswerte Kempatreffer von Lois Abbingh, die mit neun Treffern zudem beste Schützin des Spiels war. Doch dieses Tor weckte die Göppingerinnen zumindest wieder etwas auf, auch wenn es natürlich nur noch um Ergebniskosmetik ging. In einer technisch eher schwachen Partie machte nun auch Frisch Auf wieder Tore, was aber an der verdienten 23:30-Schlappe nichts mehr änderte.
Die Begegnung in Oldenburg und der Ausfall von Maria Kiedrowski machte deutlich, dass Ausfälle von Stammkräften nur sehr schwer, gegen Topteams fast gar nicht zu kompensieren sind. Nicht zufrieden konnte Aleksandar Knezevic zudem mit seiner Defensive sein, bei der auch die beiden Torhüterinnen, mit Ausnahme der starken Phase von Ronja Grabowski vor der Halbzeit, viel zu selten Hände an den Ball brachten.
Für die Frisch Auf-Frauen steht nun ein spielfreies Wochenende auf dem Programm – Zeit, um die leeren Akkus wieder aufzuladen. Und dies ist auch von Nöten, denn in zwei Wochen wartet die richtungsweisende Partie in Bad Wildungen auf die Grün-Weißen. Mit Blick auf das Saisonziel „Play-offs“ ist es für das Knezevic-Team fast schon zwingend notwendig bei den „Vipers“ mal wieder Zählbares auf eine Heimreise mitzunehmen.
Frisch Auf Göppingen: Grabowski, Jankovic – Scheffknecht (4), Dolder (1), Stellbrink (7/1), Daniels (1), Weigelt (1), Karolius (3), Dinkel (1), Leppert, Vojtiskova (5)
Kurztabelle
| Mannschaft | Tordiff | Punkte | |
| 1 | Thüringer HC |
+114 | 32:8 |
| 2 | Buxtehuder SV | +54 | 32:8 |
| |
... | ||
| 7 |
FA Göppingen | -12 | 17:23 |
| 8 |
HSG Blomberg-Lippe |
-3 | 16:24 |













